mit schwarzen Tüchern kommt die Nacht
vor jedes Fenster hängt sie eine Bahn
sie setzt das Zeichen das das Taghell endet
sie schnürt dem Alltagsbitter ein Korsett
und bietet ihrer Trägerin den Becher
angefüllt mit Lebenssaft und Tropfen des Vergessens
mit schwarzen Tüchern kommt die Nacht
und legt brokatne Schwere über Feld und Flur
dass Ruhe werde im Gedärm der Erde
dass Blumen und Getier Gedächtnis finden
erinnern ihrer Zeiten allen Ursprungs sich
ganz ohne Menschenruch und Elektronensang
mit schwarzen Tüchern kommt die Nacht
hängt Liebenden sie um die Leiber
gibt ihrer Zweisamkeit das Sein
und Stunden sich zu finden in der Zeit
die doch zergeht wie eine Perle Glücks
und ohne Ängstlichkeit besinnungsloser Scham
mit schwarzen Tüchern kommt die Nacht
und schließt mit leichter Seide dir das Aug
die Tür der mühsamen Verrichtung fällt
mit einem Wimpernschlag und lautlos zu
du ruhst nun bei dir kannst den Atem hören
kein Stern fragt dich nach Antwortweh
mit schwarzen Tüchern kommt die Nacht
und Tarnung gibt sie jeder Kreatur
zum Maskenfest vergehender Moral
wenn gleichen Bilds sind Mörder oder Narr
und die Zigarre wird zum Dolch
tief im Collier sich eine Natter birgt
mit schwarzen Tüchern kommt die Nacht
sie fächelt Kühle zu den wunden
abgelaufnen Füßen heißgefahrnen Köpfen
mit sanfter Macht befiehlt sie deine Schwingen
in daunenweiche Pause deines Nestes
des katzensicher gutgebauten
mit schwarzen Tüchern kommt die Nacht
vor jedes Fenster hängt sie eine Bahn
sie setzt das Zeichen das das Taghell endet
sie schnürt dem Alltagsbitter ein Korsett
und bietet ihrer Trägerin den Becher
angefüllt mit Lebenssaft und Tropfen des Vergessens